Das Southbank Centre in South Bank

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Michi
9. September 2019
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Die Themse ist eines der Wiedererkennungsmerkmale Londons und mäandert in Schlangenlinien durch die Stadt, sodass man eigentlich kaum irgendwo an ihr vorbei kommt. Egal wo man ist, weit von der Themse ist es meistens nie. Selbstverständlich gibt es einige Uferpromenaden aus denen Restaurants und Geschäfte ihren Vorteil schöpfen. Dabei gibt es aber einen Promenadenabschnitt, der bekannter, geschäftiger und vielfältiger ist als alle anderen: die South Bank. Ob Kunst, Kultur oder Essen und Trinken, die South Bank hat einiges zu bieten, das wir euch in diesem Artikel näher bringen wollen.

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Die Vergnügungsmeile an der Themse – Das ist die South Bank

Ganz offiziell ist die South Bank ein Stadtteil von London der sich von der Lambeth Bridge, über das McLaren House bis hin zur Blackfriars Bridge erstreckt. Bekannte Plätze und Sehenswürdigkeiten in South Bank sind vor allem das London Eye, die Waterloo Station und natürlich das Southbank Centre. Wenn man in London jedoch im alltäglichen Sprachgebrauch von der South Bank spricht, dann meint man die Uferpromenade der Themse von den Jubilee Gardens bis hin zur Blackfriars Bridge.

Die South Bank hat eine beeindruckende geschichtliche Laufbahn hinter sich. Ursprünglich war sie nur für Fährleute zu erreichen, die Boote hatten um die Themse zu überqueren. Zu dieser Zeit (frühes 18. Jahrhundert) gab es in der South Bank nicht viel zu sehen. Mit der Industriellen Revolution jedoch änderte sich das und es kamen immer mehr Handelsleute in die South Bank. Zudem eröffnete Waterloo Station, der geschäftigste Bahnhof in London. Seinen heutigen Vergnügungs-Charakter erlangte die South Bank durch das “Festival of Britain”, das im Jahre 1951 stattfand und die South Bank zum Zentrum von Unterhaltung machte. Seitdem ist die South Bank sowohl bei Londonern, als auch bei Besuchern beliebt um sich ein paar schöne Stunden am Flussufer zu machen.

Das Southbank Centre

Das Southbank Centre verleiht dem Viertel seinen unschlagbaren Ruf in Sachen Kunst und Kultur. Es besteht aus mehreren massiven Gebäudekomplexen, die sich über die ganze Promenade hinwegziehen, und gilt als das größte Kunst- und Kulturzentrum Europas. Jährlich lockt es knapp 4,5 Millionen Besucher an und begeistert mit teilweise sogar kostenfreien Ausstellungen, Darbietungen, Vorträgen und Unterhaltungsprogrammen. In seiner Gesamtheit erstreckt sich das Southbank Centre auf 21 Hektar. Im folgenden möchten wir euch kurz erklären, was ihr in den einzelnen Lokalitäten erwarten könnt.

Royal Festival Hall

Die Royal Festival Hall ist Veranstaltungsort diverser Auftritte von Künstlern aller Art, wird aber ebenso gerne von Unternehmen und Organisationen für Feierlichkeiten angemietet. Im Herzen des Gebäudes befindet sich ein Konzertsaal mit bis zu 2900 Sitzmöglichkeiten. Oftmals finden hier Darbietungen der klassischen Musik statt. Zusätzlich findet man in der
Royal Festival Hall noch sieben weitere Empfangsräume, einige Bars und Restaurants und zeitweise gibt es öffentlich zugängliche Ausstellungen. Außerdem wird hier auch die Nationale Poesie-Bibliothek beherbergt, die mit über 200.000 Werken die größte Sammlung von zeitgenössischer Dichtkunst ist. Die Bandbreite reicht zurück bis ins Jahr 1912. Was ihr von der Royal Festival Hall erwarten könnt, wenn ihr gerade in London seid, schaut ihr am besten auf der ​Website​ nach und vergleicht ganz aktuell mit eurem Reiseplan.

Royal Festival Hall London

Queen Elizabeth Hall

Ein weiteres Highlight des Southbank Centres ist die Queen Elizabeth Hall (QEH). Sie eröffnete im Jahre 1967 und ist seitdem Schauplatz für insbesondere Musik- und Tanz-Shows aus den Bereichen Klassik, Jazz und Avant-Garde. Mit “nur” 900 Sitzmöglichkeiten ist die QEH um einiges kleiner als die Royal Festival Hall. Wer jedoch öfters in Theatern und Konzertsälen unterwegs ist weiß, dass “kleiner” nicht unbedingt schlechter bedeutet, ganz im Gegenteil: Es werden für viele Veranstaltungen kleinere Schauplätze bevorzugt, um eine gewisse Intimität zu bewahren. Nachdem die Queen Elizabeth Hall drei Jahre lang für Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten geschlossen war, eröffnete sie erst im April 2018 ihre Türen aufs neue und bietet seitdem ein noch besseres Erlebnis. Auch die QEH hat ihre eigene ​Website auf der ihr das aktuelle Programm checken könnt.

Purcell Room

Der Purcell Room ist in der QEH gelegen, wird aber oft als eigenständige Veranstaltungsstätte angesehen. Das liegt wahrscheinlich an der Unterschiedlichkeit der Darbietungen. Während, wie oben schon gesagt, die Queen Elizabeth Hall und die Royal Festival Hall vor allem für musikalische und tänzerische Darbietungen genutzt werden, ist der Purcell Room oft eine Bühne für Lesungen und Podiumsdiskussionen. Nichtsdestotrotz gibt es aber hin und wieder auch Konzerte: die Bühne beherbergte schon Größen wie David Bowie oder Jonny Greenwood.

Hayward Gallery

Während die drei vorigen Lokalitäten Bühnen haben auf denen etwas stattfindet, beherbergt die Hayward Gallery eine Reihe Ausstellungen moderner Kunst. Über das ganze Jahr hinweg werden hier Kunstwerke ausgestellt, die sich auch vor der Konkurrenz aus dem nahegelegenen Tate Modern nicht verstecken müssen. In der Tat sind die Ausstellungen in der Hayward Gallery nicht selten schon mit weltweit anerkannten Preisen ausgezeichnet. Es gibt teils kostenfreie, teils kostenpflichtige Galerien. Was gerade anzutreffen ist wenn ihr in London seid, gibt es auf der ​Website​ zu sehen.

Hayward Gallery im Southbank Centre

Southbank Centre Food Market

Wie es sich in London gehört hat auch die South Bank einen Food Market zu bieten, bei dem einem das Wasser im Mund zusammen läuft. Und eigentlich gibt es auch nicht nur einen, sondern gleich zwei. Der “offizielle” ist auf der Rückseite des Southbank Centres zu finden.

Zusätzlich gibt es entlang der Uferpromenade noch eine Aneinanderreihung von Ständen und Trucks, bei denen es noch mehr Leckereien gibt.

Der “offizielle” Food Market

Der Food Market bietet den Besuchern eine fantastische Auswahl von internationalen Spezialitäten. Ihr werdet alles finden was das Herz begehrt, von typisch Britisch, über Indisch, Chinesisch und Koreanisch, bis hin zu Mexikanisch und Venezolanisch. Das Problem besteht keineswegs darin etwas zu finden was euch schmeckt, sondern eher sich entscheiden zu müssen. Es ist nicht selten, dass man fünf runden über den Markt läuft bis man sich endlich für eine Sache entscheiden kann. Was den Markt am Southbank Centre von anderen Märkten differenziert, ist, dass es auch viele Stände mit süßen Leckereien und Getränken gibt: Wein, Smoothies, alles mögliche an Bier, Liköre, Spirituosen und viel mehr. Wenn ihr also die South Bank besuchen geht seht zu, dass ihr vorher nicht viel esst. Es wäre zu schade um die Auswahl!

Weiter geht es auf der Promenade

Zwar gehören die rund zwanzig Stände und Foodtrucks entlang der Promenade nicht zum Southbank Centre Food Market, trotzdem findet ihr wenn ihr von der Queen Elizabeth Hall in Richtung Blackfriars lauft noch viel mehr Auswahl an leckeren Streetfood Spezialitäten. Einer der Stände mit den regelmäßig längsten Schlangen ist übrigens der “Berlin Döner” – da soll nochmal einer sagen wir Deutschen hätten kulinarisch nichts zu bieten.

Queen Elizabeth Hall Roof Garden

Neben den ganzen kulturellen und kulinarischen Highlights gibt es auch eine Dachterrasse. Der Queen Elizabeth Hall Roof Garden ist tatsächlich sogar leicht zu übersehen, denn er ist nicht gerade prominent ausgeschildert. Das merkt man insbesondere, wenn man oben einmal angelangt ist: während am Wochenende im Sommer die South Bank zumeist sehr, sehr gut besucht ist, geht es beim QEH Roof Garden meistens eher sachte zu, was den Kennern natürlich gefällt. Auf der Dachterrasse selbst gibt es eine Bar, eine kleine Rasenfläche auf der man sich gut hinsetzen kann, aber auch einige Tische, Bänke und Sitzecken. Uns hat die Location super gut gefallen, nicht zuletzt weil sie sehr üppig bepflanzt ist. Außerdem hat man einen einmaligen Blick auf das London nördlich der Themse: links Westminster, mittig Covent Garden und rechts die City. Den Eingang zum Roof Garden findet ihr links des Eingangs der Queen Elizabeth Hall.

Southbank Büchermarkt

Ein vielleicht einzigartiges Angebot an Büchern, Comics, Gedichten und Bildern findet ihr unterhalb der Waterloo Bridge. Der Southbank Book Market ist bekannt dafür, dass hier neben vielen gängigen Klassikern auch immer mal wieder Sammlerstücke zu finden sind, die in keinem guten Bücherregal fehlen dürfen. Alle Werke hier sind gebraucht, werden zumindest second hand, wahrscheinlich eher ​third oder ​fourth hand angeboten. Das spiegelt sich zum Glück auch in den Preisen wieder: Es gibt verschiedene Händler, die alle ihren eigenen Preis-Systeme haben, manchmal mit Farbcodes und manchmal mit dem Preis vorne im Buch. Fest steht aber, dass die meisten Bücher nur wenige Pfund kosten.

South Bank Büchermarkt

Sonstiges auf der South Bank

Ihr seht schon, dass es auf der South Bank nicht langweilig wird. Falls ihr mit allem, was ihr bisher gelesen habt noch nicht genug habt, dann könnt ihr euch auf jeden Fall noch auf mehr freuen.

  • Food und Drinks: Wer sich nicht mit Streetfood zufrieden gibt, sondern sich lieber in ein Restaurant setzen möchte, der hat genug Auswahl. Ihr findet neben Ketten wie Wahaca (mexikanisch) oder Wagamama (asiatisch) auch einige kleinere, unabhängige Restaurants; von Pizza, über Pasta, bis hin zu Meeresfrüchten. Besonders können wir euch hier die Applebee’s Fish empfehlen: traditionell, frische Fish & Chips bei entspanntem Flair unter der Hungerford Bridge.
  • National Theatre: ​Das britische Nationaltheater gehört nicht direkt zum Southbank Centre, ist aber nur ein paar Meter weiter die Promenade hinunter zu finden. Wer auf Theater steht sollte der ​Website einen Besuch abstatten und gucken, ob die kleinen oder großen Produktionen den eigenen Geschmack treffen.

National Theatre am Southbank Centre

  • Riverboat – Festival Pier: ​Wer dachte, dass Londons öffentlicher Nahverkehr sich auf Underground und Bus beschränkt, der liegt falsch. Man kann für einen geringen Aufpreis auch Boote nutzen um via Themse von A nach B zu kommen. Das bietet sich natürlich insbesondere an, um mal vom Wasser auf London zu schauen, nicht nur von London aufs Wasser. Alles was ihr rund um die Riverboat Services wissen müsst findet ihr auf der ​Website von TfL.

Wie kommt ihr zur South Bank?

Lust auf Kunst, Kultur und Essen bekommen? Dann jetzt mit der Organisation loslegen! Hier kommt alles was ihr für eure Planung wissen müsst im Überblick

Öffnungszeiten

Food Market

  • Freitags von 12:00 – 20:00 Uhr
  • Samstags von 11:00 – 20:00 Uhr
  • Sonntags von 12:00 – 18:00 Uhr
  • Montags (nur an Feiertagen): 12:00 – 18:00 Uhr

Büchermarkt

  • Täglich bis 19:00 Uhr

Southbank Centre

  • Royal Festival Hall: Täglich 10:00 – 23:00 Uhr
  • QEH & Purcell Room: Täglich 10:00 – 23:00 Uhr
  • Hayward Gallery: Täglich (außer Dienstags) 11:00 Uhr – 19:00 Uhr. Donnerstags bis 21:00 Uhr geöffnet.

Anfahrt

  • Waterloo: Bakerloo Line // Jubilee Line // Waterloo & City Line // Northern Line
  • Embankment: Bakerloo Line // Northern Line // District Line // Circle Line
  • Temple: District Line // Circle Line
  • Southwark: Jubilee Line
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