Londons Brücken: Berühmte Bindeglieder

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Michi
11. November 2019
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Ein unverkennbares Merkmal von London ist die Themse, die sich in großzügigen Biegungen durch die Stadt zieht und sie in Norden und Süden teilt. Was wäre die Themse jedoch, wenn es nicht die Brücken gäbe, die beide Seiten miteinander verbinden und das Stadtbild prägen? Für mich persönlich sind die Brücken mit die schönsten Plätze von London, weil sie es einem ermöglichen, die Schönheit und Mächtigkeit Londons mit all seinen unverkennbaren Gebäuden zu erfassen. Gerade bei Sonnenuntergang gibt es kaum einen Platz in London, der einem einen schöneren Blick auf die Stadt bietet – und je nachdem auf welcher Brücke man sich befindet, eröffnen sich einem ganz neue Perspektiven.

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Alles auf einen Blick

In diesem Artikel wollen wir euch ein wenig Hintergrundwissen zu den Brücken geben, die euch von Süden nach Norden bringen. Um nicht all zu ausufernd zu werden, beschränken wir uns auf die neun Brücken in Central London und beginnen bei der bekanntesten Brücke, der Tower Bridge, und arbeiten uns dann von Osten nach Westen vor und enden mit der Lambeth Bridge hinter Westminster.

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Die Tower Bridge – Das Wahrzeichen Londons

Die Tower Bridge ist die wahrscheinlich berühmteste Brücke der Welt. Kaum ein Bauwerk ist so prägend für ein Stadtbild wie die Tower Bridge für das von London.
Eröffnet wurde die 244 Meter lange und am höchsten Punkt 65 Meter hohe Klappbrücke im Jahre 1894 nach acht Jahren Bauarbeiten. Sie war die Antwort auf das immer größere Verkehrsaufkommen in den Hafenbereichen der Themse und sollte die London Bridge entlasten, über die bis dahin ein Großteil des Nord-Süd Verkehrs geleitet wurde.

Die Tower Bridge in London

Weil aber zwischen der London Bridge und dem Tower of London wichtige Hafenanlagen waren, kam eine konventionelle Brücke nicht in Frage, da es gewährleistet werden musste diese Anlangen für Schiffe weiterhin zugänglich zu machen. Die bis heute stehende Klappbrücke entstammt dem Entwurf von Horace Jones, dem damaligen Stadtbaumeister der City of London, der selbst dem Komitee angehörte, das über die beste Methode eine Brücke zu bauen entscheiden sollte.

Bis heute verbindet die Tower Bridge Tower Hamlets auf der Nordseite mit dem Borough of Southwark auf der Südseite der Brücke. Sie ist einer der touristischsten Hotspots der Stadt und wurde im Laufe der Zeit viel mehr als nur eine Brücke. Zu den Attraktionen im Inneren der Türme gehören ein gläserner Boden und die Viktorianischen Maschinenräume.

Übrigens: was viele nicht wissen ist, dass die Brücke bis zum Jahre 1977 braun war und erst 2019, anlässlich des Jubiläums der Queen, erhielt sie ihren unverkennbaren Rot-Weiß-Blauen Anstrich.

Die Tower Bridge ist in den Londoner Pässen enthalten – seht zu, euch Tickets zu sichern, bevor ihr nach London fahrt.

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Die London Bridge – Über Umwege zum Ziel

Ein paar Hundert Meter weiter westlich entlang der Themse seht ihr schon die London Bridge. Diese bietet sich zunächst einmal wunderbar an um Bilder von der Tower Bridge zu machen. Aber davon mal abgesehen, solltet ihr noch ein paar weitere Punkte wissen:

  • Bis zur Eröffnung der Westminster Bridge im Jahre 1750 war die London Bridge die einzige Brücke zum Überqueren der Themse.
  • Die London Bridge hat ein paar Etappen hinter sich, bevor sie ihre heutige Form erlangte. Die erste London Bridge wurde im Jahre 1209 eröffnet und ersetzte ein instabileres Holzkonstrukt zur Überquerung der Themse. Diese Brücke war 273 Meter lang.
  • Knapp 600 Jahre später, im 18. Jahrhundert, musste die „alte“ London Bridge erneuert, bzw. ersetzt werden, weil sie alt, marode und baufällig war. Die „neue“ London Bridge war zehn Meter länger, weil sie 30 Meter Flussaufwärts errichtet wurde. Sie wurde auf fünf Steinbögen aufgesetzt und im Jahre 1831 fertig gestellt und löste dann ihre Vorgängerin ab.
  • Die komplette „neue“ London Bridge wurde 1968 an den Amerikaner Robert McCulloch verkauft um eine Brücke im US Bundesstaat Arizona zu verkleiden.
  • Die heutige Form der „modernen“ London Bridge steht an der gleichen Stelle und wurde zwischen 1967-1972 gebaut und wurde 1973 von Queen Elizabeth eingeweiht.

Die Southwark Bridge – Zwischen City und Kunst

Ebenso wie die London Bridge wurde die Southwark Bridge, nochmal etwas weiter westlich von der London Bridge, gleich zwei Mal gebaut. Sie verbindet auf der nördlichen Seite die City an der Station Cannon Street mit dem Tate Modern und dem Globe Theatre auf der Südseite.
Die „erste“ Southwark Bridge war aus Gusseisen und wurde im Jahr 1819 eröffnet. Das Bauprojekt war sehr kontrovers, weil Gegenstand ihres Konzeptes die Mautpflicht war. Außerdem befürchteten Schifffahrer Behinderungen und Strudel durch die Bauarbeiten.

Die Southwark Bridge in London

Nachdem die Maut im Jahre 1864 aufgehoben wurde nahm der Betrieb auf der Brücke so stark zu, dass sie komplett erneuert werden musste. Obwohl die Abrissarbeiten schon im Jahre 1913 begannen, verzögerte sich die Eröffnung, bedingt durch den ersten Weltkrieg, bis zum Jahre 1921.
Seitdem ist die türkis-gelbe Brücke fester Bestandteil von Londoner Stadtbild.

Die Millennium Bridge – Harry Potter Fans aufgepasst

Als eine von nur zwei Fußgängerbrücken sticht die Millennium Bridge in unserer Aufzählung hervor. Die Millennium Bridge ist nach der Tower Bridge vielleicht das beliebteste Brücken-Fotomotiv, weil sie auf der Nordseite genau auf die imposante St. Paul’s Cathedral zuläuft und bei gutem Licht bevorzugter Platz von vielen Hobby- und Profifotografen ist.
Die einzigartige Form der Hängebrücke ist das Ergebnis eines im Jahre 1966 stattfindenden Architekturwettbewerbs der Bezirksverwaltung von Southwark.

Die Millennium Bridge in London

Ihren Namen verdankt die Brücke ihrem Eröffnungsjahr. Sie wurde zur Jahrtausendwende am 10. Juni 2000 eröffnet und hat eine Traglast von mehr als 2000 Tonnen.
Weltweite Aufmerksamkeit genoss die Millennium Bridge als sie im Jahre 2008 für Dreharbeiten für den sechsten Teil der Harry Potter Filme genutzt wurde. Im Film Harry Potter und der Halbblutprinz wurde die Millennium Bridge als Machtdemonstration Voldemorts und seiner Gefolgsleute, den Todessern, zerstört.

Die Blackfriars Bridge  – Das Doppelgespann für Züge und Autos

Die Blackfriars Bridge ist ebenfalls eine Straßenbrücke und verbindet die City auf der Nordseite, direkt am Blackfriars Bahnhof, mit dem nördlichen Teil von Southwark auf der Südseite.
Auch sie hat eine Vorgängerin, die bereits 1769 eröffnet wurde, aber aus Kalkstein errichtet und so durch das verschmutzte Salzwasser zunehmend beschädigt wurde. Seit 1869, also 100 Jahre nach der Eröffnung der alten Blackfriars Bridge, steht nun die neue Brücke dort. Sie wurde gleichzeitig mit der Blackfriars Railway Bridge eröffnet, die direkt daneben stehende Zugbrücke.

Die Waterloo Bridge – Das Symbol für starke Frauen

Wie der Name unschwer vermuten lässt, ist der erste Sinn der Waterloo Bridge an die Schlacht von Waterloo zu erinnern; genauer gesagt an den Sieg dieser Schlacht von der britischen Armee über die französische.Die Waterloo Bridge in London
Sie wurde zuerst 1811 eröffnet und im Laufe des Jahrhunderts zunehmend marode. Die zweite Eröffnung erfolge im Jahre 1945. Sie wurde wegen Mangels an männlichen Arbeitskräften (aufgrund des zweiten Weltkrieges) mehrheitlich von Frauen gebaut und trug deshalb zwischendurch den Namen „Ladies‘ Bridge“.

Die Waterloo Bridge ist mit ca. 400 Metern die längste der Londoner Brücken und verbindet im Norden den äußeren Rand der City of Westminster mit der South Bank im Süden.

Die Hungerford und Golden Jubilee Bridge – Für Zug und Fuß

Wenn ihr von der Waterloo Station nicht in Richtung Waterloo Bridge lauft, sondern etwas weiter westlich entlang des Southbank Centres, dann kommt ihr auf die Golden Jubilee Bridge.
Die Golden Jubilee Bridge ist die zweite der Fußgängerbrücken, die über die Themse führen. Im Londoner Alltag wird sie auch oft die Charing Cross Bridge genannt, da sie im Norden genau dorthin führt. In der Mitte der zwei Seiten der Golden Jubilee Bridge ist die Hungerford Bridge, eine Eisenbahnbrücke die zum Bahnhof Charing Cross führt.Die Hungerford und Golden Jubilee Bridge in London

Im Jahre 1845 wurde die Hungerford Bridge zunächst als Fußgängerbrücke gebaut und 1859 von South Eastern Railway gekauft und umgebaut und umfunktioniert. Im Zuge dessen wurde natürlich der Anteil der Brücke, der für Fußgänger zugänglich war, verschwindend gering und es wurde eng und unbequem auf der Brücke. Deshalb wurden Ende des 20. Jahrhunderts die Bauarbeiten für die ergänzende Golden Jubilee Bridge aufgenommen, die dann 2002 eröffnet wurde.

Die Westminster Bridge – Grün wie die Commons

Der Name ist Programm – die Westminster Bridge führt genau dort hin: In die City of Westminster, einen der prestigereichsten Distrikte in London, den Sitz des Parlaments und Standort der Westminster Abbey, der „Hauskirche“ der Royal Family. Im Süden gelangt man ins Borough of Lambeth. Die Brücke ist 252 Meter lang und besteht aus sieben eisernen Bögen.

Die Westminster Bridge wurde zuerst im Jahre 1750 eröffnet, nachdem der Earl of Pembroke nach diversen Auseinandersetzungen mit dem britischen Parlament endlich die Genehmigung für den Bau erreicht hatte. Wie viele Vorgänger der heutigen Londoner Brücken, musste die ursprüngliche Westminster Bridge wegen Mängeln irgendwann grundsaniert und erneuert werden. Die zweite, heutige Brücke wurde im Mai 1862 eingeweiht.

Die Westminster Bridge in London

Die grüne Farbe der Westminster Bridge spiegelt die Farbe der Sessel im Unterhaus des Parlaments (House of Commons) wider.

Auf der Brücke halten sich traditionell viele Straßenkünstler und Straßenmusiker auf, die die Touristen begeistern. Außerdem kann man von ihr aus wunderbar das London Eye begutachten – gerade bei Nacht, wenn es mit bunten Farben illuminiert ist.

Die Lambeth Bridge – Rot wie die Lords

Die letzte Brücke die wir hier vorstellen wollen, ist die Lambeth Bridge. Auch sie wurde zwei Mal errichtet – die erste Eröffnung fand 1862 statt, die zweite Eröffnung 1932.

Die Lambeth Bridge in London

Die Seiten der Lambeth Bridge sind mit steinernen Obelisken gesäumt, auf denen ananasförmige Spitzen thronen. Diese Ananas sind ein altes Symbol für Gastfreundschaft und wurden gerade an der Lambeth Bridge angebracht, weil sie früher der Standort der königlichen Fähre war.
Die rote Farbe der Lambeth Bridge steht für die roten Sessel im Oberhaus des Parlaments (House of Lords) und ist somit gewissermaßen die Schwester-Brücke der Westminster Bridge.

Tipp: Schaut euch die Brücken bei Nacht an

Viele der Brücken werden gerade im Sommer in den unterschiedlichsten Farben angestrahlt, was eine tolle Atmosphäre erzeugt. Tatsächlich empfiehlt sich ein Spaziergang im Dunkeln von der Lambeth Bridge bis zur Tower Bridge, beispielsweise entlang der Southbank.

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