Wie viele europäische Städte ist auch London sehr geprägt von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Vor allem als Sitz von Regierung und König war die Stadt an der Themse häufiges Ziel der deutschen Bomben. Um dennoch die Geschicke seines Landes leiten zu können, ließ Premierminister Winston Churchill einen geheimen Regierungsbunker in Whitehall errichten. Von hier aus überstanden er, sein Kriegs-Kabinett und eine Vielzahl von Mitarbeitern die Blitz-Angriffe und führten die Alliierten-Truppen schließlich zum Sieg über Nazi-Deutschland und Hitler. Heute sind diese historisch geprägten Räume öffentlich zugänglich und als Churchill War Rooms mit einer informativen Ausstellung zu erkunden.

Was sind die Churchill War Rooms?

In der sich aufbauenden Drohkulisse der dreißiger Jahre nahm man auch in London die Bedrohung zunehmend war. 1938 entschied man sich schließlich, für möglichst alle Fälle gerüstet zu sein und Keller- und Lagerräume in Whitehall, unweit von 10 Downing Street, für den Ernstfall herrichten zu lassen. Erst wenige Tage vor den ersten Angriffen auf London waren die ersten Räume schließlich bezugsbereit und Winston Churchill konnte sich während den Angriffen hier in Sicherheit bringen und sein Land durch diese schwere Zeit bringen.

Nach der Kapitulation der Japaner im August 1945 wurden die Räume abgeschlossen und versiegelt und erst vor wenigen Jahren wieder geöffnet. So haben wir heute die Möglichkeit, den die Räume quasi im originalen Zustand zu betrachten und eine Ahnung davon zu bekommen, wie das Arbeiten und Leben zwischen 1940 und 1945 dort abgelaufen sein muss.

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Cabinet War Room

Die Dauerausstellungen in den Churchill War Rooms

Die Churchill‘s War Rooms teilen sich in einige unterschiedliche Bereiche auf, die sich alle mit den Leben und Geschichten von Premierminister Winston Churchill, aber auch seinen Mitarbeiten, im Bunker beschäftigen.

Cabinet War Rooms

Betretet ihr die Ausstellung, startet ihr mit einem Blick in die Cabinet War Rooms. Dies waren die Tagungs- und Arbeitsräume der Regierung während des Krieges. Hier traf sich das Kabinett, um die nächsten Schritte zu besprechen, aber auch der militärische Führungsstab traf hier zusammen und behielt im Map Room die eigenen, aber vor allem die feindlichen Truppenbewegungen im Blick. Überhaupt ist der Map Room das eigentlich Schmankerl der Churchill War Rooms: Wie schon erwähnt, wurde der Raum im August 1945 abgeschlossen und versiegelt. Beim Wieder-Öffnen der Türen fand man dort nicht nur die Karten mit tausenden Löchern, der kleinen Pins, die Schiffe auf den Ozeanen symbolisierten, sondern auch drei Stück Würfelzucker, die ein Offizier übrig gelassen hatte.

Churchill War Rooms Map Room

Ebenso könnt ihr einen kleinen geheimen Raum besichtigen, aus dem Churchill schon damals direkt mit dem amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt telefonieren konnte, um sich abzusprechen – der Raum war so geheim, dass er selbst im Bunker als private Toilette Churchills getarnt war.

Churchill Museum

In diesem Abschnitt erfahrt ihr alles über das Leben Churchills, beginnend in seiner Kindheit, über seine militärische Karriere bis hin zu seinen zwei Amtszeiten als britischer Premierminister. Die preisgekrönte Ausstellung zeichnet interaktiv das bewegte Leben dieses für Groß-Britannien und natürlich auch für London so prägenden Mannes nach. Ausschnitte aus seinen Reden gibt es dort ebenso zu hören wie es viele persönliche Gegenstände aus seinem Nachlass zu sehen gibt, etwa eine seiner ikonischen Havanna-Zigarren oder die damalige Tür von Downing Street No. 10 – dem Amtssitz des britischen Premierministers. Auch einige seiner Gemälde werden ausgestellt: Dass dieser mächtige Mann auch eine große künstlerische Ader hatte, ist sicherlich ein weniger bekannter Fakt über ihn.

Plakate von Churchill

Das Churchill Museum kann allerdings durch die große Zahl an persönlichen Exponaten und die nicht ganz klare Laufrichtung auch etwas überfordern. Mir ging es zumindest so, und erst im Nachhinein habe ich bemerkt, dass die sinnvollere Richtung wohl gegen den Uhrzeigersinn gewesen wäre. Die große interaktive “Lebensakte” über Churchill hatte zwar bei unserem Besuch nicht ganz perfekt funktioniert – aber allein hier könnte man sicherlich mehrere Stunden lesen.

Undercover: Life in Churchill’s Bunker

In der heutigen Zeit kann man sich kaum vorstellen, wie das Leben während des zweiten Weltkriegs gewesen sein muss. Etwas anschaulicher erfährt man das aber in der dritten Dauerausstellung „Undercover: Life in Churchill’s Bunker“. Historische Bilder, Interviews mit damaligen Mitarbeitern und Gegenstände von damals lassen sich hier erkunden und betrachten. So auch die speziellen, extra aus den USA importierten Schreibmaschinen, die die Sekretärinnen damals auf Anweisung Churchills nutzen mussten. Der britische Premier konnte störende Geräusche nicht ausstehen und so mussten selbst lautlose Schreibmaschinen angeschafft werden. All solche Anekdoten erfahrt ihr in den Ausstellungen der Churchill War Rooms.

Churchill and the Middle East

Eine Phase aus Churchills Leben, die auch mir bislang nicht so bekannt war, sind Churchills wohl eher komplizierte Beziehungen zum nahen und mittleren Osten. Im neuesten Ausstellungsteil wird diese mit Fotografien, Karten aus den frühen 20er Jahren und Briefen von Churchill näher beleuchtet.

Tickets für die Churchill War Rooms

Die Tickets für die Churchill War Rooms könnt (und solltet) ihr vorab online bestellen. Bei unserem ersten Besuch hatten wir uns spontan dafür entschieden und das Vorbestellen verpasst. So mussten wir über 90 Minuten in der Kälte anstehen – obwohl die Schlange eigentlich nicht sehr lang war. Doch aufgrund der beengten Räume werden immer nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern reingelassen. Insofern lohnt sich die Online-Bestellung ungemein, denn hiermit habt ihr priorisierten Einlass und müsst die kostbare Zeit eures London Besuchs nicht mit Anstehen verschwenden. Einen Audioguide (auch auf Deutsch) bekommt ihr aber immer kostenlos dazu.

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Churchill War Rooms Ticketschlange

Unsere Meinung zu Churchill War Rooms

Die Churchill War Rooms sind insbesondere bei amerikanischen Touristen sehr beliebt, aber wenn ihr euch auch nur ein bisschen für Geschichte interessiert, seid ihr in den CWR goldrichtig. Die Kombination, an diesem für die Geschichte so bedeutenden Ort zu stehen und sich vielleicht ansatzweise vorstellen zu können, wie es dort vor fast 80 Jahren gewesen sein muss, und die persönlichen Geschichten und Anekdoten zu erfahren, hat es für mich unglaublich spannend gemacht. Und so hat sich auch das lange Anstehen gelohnt! Der Audiokommentar ist auch auf Deutsch sehr gut gemacht und angenehme Ergänzung wie Erklärung der zu sehenden Räume und Ausstellungen.

Churchill War Rooms Map

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